Sommer-Retreat 2012
Ein internationales Retreat zum deutschen Karma mit Meditation, Holotropen Atmen/ Holotropic Breathwork® und Systemischen Aufstellungen
mit Ingo B. Jahrsetz und Judith Miller (USA)
26.-31. August 2012, Seminarhaus Hollerbühl im Schwarzwald
Jenseits von Opfer und Täter. Das Kollektive in uns erkennen.
Viele Menschen in den westlichen Ländern fühlen sich heute als Opfer. Das Kind als Opfer seiner Eltern, Opfer schwieriger Lebensverhältnisse, Opfer des Schicksals und nicht zuletzt als Opfer eines Lebenspartners, einer Lebenspartnerin, die als überwältigend erscheinen.
Für genauso viele Menschen ist es sehr schwer, sich zu den eigenen Taten zu bekennen, besonders wenn diese nicht dem eigenen Selbstbild entsprechen. In der deutschen Geschichte ist dies Ausdruck eines kollektiven Archetypus:
Als am Ende des zweiten Weltkrieges amerikanische Soldaten Bewohner in den besiegten deutschen Orten fragten, ob es hier Nazis gäbe, wurde das in der Regel verneint. Die Täter waren immer woanders. Nach dem Krieg wollte es auch unter Deutschen keiner gewesen sein.
Mindestens seit dem Zusammenbruch des Nazireiches gibt es tief in der Persönlichkeitsstruktur der Deutschen eine tiefe Schuld, die allerdings nur selten gefühlt werden darf. Sich als Täter zu zeigen, löst häufig eine solch tiefe Scham aus, dass die betreffende Person nicht selten eher sterben möchte, als sich zu offenbaren.
Interessant ist, dass diese Struktur in der Gegenwart nicht nur in Deutschland zu beobachten ist, sondern auch in vielen anderen westlichen Ländern und auch in Israel. Wir können heute von einem deutsch-jüdischen Archetyp sprechen, der die kollektive Seele der westlichen Welt stark prägt.
In seiner unerlösten Form hält der jüdisch-deutsche Archetyp die kreativen Kräfte der gegenwärtigen Gesellschaft gefangen. Er ist eine kollektive Matrize, die unzählige Menschen in ihrer psychologischen Entwicklung formt und die spirituelle Sehnsucht blendet. In seiner unerlösten Form äußert sich der jüdisch-deutsche Archetyp heute als tiefsitzender Antisemitismus in mehr oder weniger subtiler Form bzw. in stagnierendem Vergeltungshass.
Kollektiv verankerte Schuld- und Schamgefühle fördern menschliche Vereinzelung und eine Unberührbarkeit, die besonders intime Beziehungen oft scheitern lässt. Viele Menschen fühlen sich heute unfrei und abhängig. Sie haben es schwer, selbständig und kreativ zu arbeiten und ihre Sexualität mit einem offenen Herzen zu verbinden.
Das Kollektive ist für viele Menschen so schwer zu erkennen wie für den Fisch das Wasser, in dem er schwimmt. Werden sie sich dessen jedoch bewusst, kann sich gesellschaftlich wie individuell ein Raum öffnen, der jenseits liegt von Täter und Opfer.
Stattdessen werden gewöhnlich unendliche Bezogenheiten entdeckt: als intimer Austausch zwischen zwei Menschen, als gegenseitiges Bedingtsein alles Sein, als ein Drang zu authentischem und kreativem Ausdruck in der Welt, als die Unausweichlichkeit einer Liebe, die stärker ist als alle Angst.
Wir bieten einen Rahmen an, der liebevoll und professionell genug ist, um sich entspannt und ernsthaft dem Prozess der inneren Weisheit anzuvertrauen. Judith Miller ist amerikanische Jüdin, Ingo Jahrsetz ist Deutscher. Es hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass unsere Zusammenarbeit immer wieder ungelöste Schattenthemen der deutsch-jüdischen Geschichte ins Bewusstsein fördert. In der Gegenwart haben diese meistens zu tun mit Schuld- und Scham (für sich selbst einzustehen), mit Hemmungen der eigenen Kreativität (Probleme eine geeignete Arbeit zu finden), mit Schwierigkeiten, intime Beziehungen zu leben, mit Schwierigkeiten, einen guten Platz auf dem spirituellen Weg zu finden.
(Inhaltlicher Artikel dazu von Ingo B. Jahrsetz: Die Erben des Holocaust)
Die Prozessarbeit in diesem Retreat kann dazu beitragen, diese Schwierigkeiten aufzulösen. Es kann dabei sehr viel Freiheit und Freude entstehen und eine Verbundenheit, die jenseits aller Polaritäten liegt. Manche erleben ein tiefes zuhause Ankommen.
Jede/r TeilnehmerIn hat die Möglichkeit, zweimal holotrop zu atmen. Außerdem bieten wir Raum für systemische Aufstellungsarbeiten, therapeutisch geleitete Sharings, Meditationen und persönlichen Austausch an.
Judith Miller, PhD, Holotropic Breathwork® Practitioner, Psychotherapeutin in eigener Praxis in Philadelpia, Spirituelle Lehrerin, Professorin für Psychologie an der Columbia University in New York,
Neue Buchveröffentlichung: Die direkte Verbindung - Transformation des Bewusstseins (Holotropos-Verlag).
Datum: 26.-31. August 2012
Beginn am Sonntag, 14.08. um 18.30Uhr, Ende am 19.08. um ca.13 Uhr
Leitung: Ingo B. Jahrsetz und Judith Miller (USA)
Ort: Seminarhaus Hollerbühl / Schwarzwald
Kosten: 500.- Euro zuzügl. U/V im Seminarhaus
Sprache: Deutsch und englisch mit jeweiliger Übersetzung


